Dienstag, 15. März 2016

Samstag, 5. April 2014

Arbeitslosigkeit und andere Grausamkeiten

Und da ist wieder einer.
Was für einer?
Na ein Blog Mensch!
Themen gibt es genug, aber nicht jedes Thema ist dermaßen widerwärtg, wie dieses. Okay - es gibt Schlimmeres. Aber eben nicht in so schwindelerregender Höhe. Das meine ich.
Also behandeln wir doch heute mal das Thema Arbeitslosigkeit und ihre Folgen.
Wer das kennt, wird mir sicher zustimmen.
Also fange ich mal an:
arbeitslos => keine Zukunft
arbeitslos => kein Geld
arbeitslos => sozialer Abstieg
arbeitslos => macht krank
arbeitslos => chancenlos
arbeitslos => noch ärmer
arbeitslos => deine Chance
arbeitslos => Vorteile
arbeitslos => Fortbestand der menschlichen Rasse



keine Zukunft => was meinst du wohl, wie deine Zukunft ohne Geld aussehen wird? Du wünscht dir plötzlich, dass du die Zeit, die dir früher gefehlt hat, nicht mehr hättest, und sofort ins Gras beißen könntest. Aber dazu fehlt dir vor Allem eines - das Geld. Na ja - a biss Mut wär auch ganz gut. Aber für Mut fehlt dir der Schneit. Und den Zahn haste dir ja wohl ziehen lassen. Jedenfalls wirst du nun sehr viel Zeit für deine Zukunft haben. Und was noch schöner ist: du hast auch sehr viel Zeit dir deine Zukunft in den schillernsten Farben auszumalen.

kein Geld => Deine Kinder werden stolz auf dich sein, wenn du statts mit dem begehrtem Coputerspiel oder der aktuellen Super-Puppe mit Bauklötzern und einem Teddybär, den du mit deinem letzten Schotter bei ebay ersteigert hast, ankommst. Freunde laden dich schon lange nicht mehr ein, weil du es dir eh nicht leisten kannst dich mit einer Geburtstagsparty und einer Grillparty bei dir zu rewanchieren. Da kannste dann nur noch versuchen, dass hart ergatterte Zeug von der Tafel zu offerieren. Und so, wie du dich inzwischen kleidest, ist es eh allen peinlich mit dir gesehen zu werden.  

sozialer Abstieg => kannst nix mehr mitmachen => es gibt nix erstrebenswertes, was nix kostet. Kannst nur noch von draußen zugucken. Möchteste gern mit deinen Kindern zum Stadtfest gehen und dann erklären, warum du keine Zuckerwatte kaufen kannst? Oder warum höchstens einer von Beiden mit dem Karussell fahren kann? Ist schon schlimm genug, dass es so ist. Wenn du es dann auch noch den Kleinen verklickern musst, kommt dir richtig die Galle hoch.  Aber draußen kannste immer noch die Menschen kennen lernen, denen es schon länger so geht. Da lernste dann auch schnell, wie man das scharfe Zeugs direkt aus der Flasche trinkt. Aber mach dir nix draus, denn spätestens nach dem dritten Schluck, sehen deine neuen Freunde gar nicht mehr so merkwürdig aus, wie sie von deinen früheren Kumpels gesehen werden.


macht krank => hängst den ganzen Tag zu Hause und guckst die Seifenopern im TV an. Denn das, was deine Freunde machen, kannst du dir nicht leisten. Fehlende soziale Kontakte führen automatisch zu Vereinsamung und Verblödung. Falls du noch einen Partner hast oder Partnerin, verblödet ihr gleich im Doppelpack. Aber da ist es ähnlich, wie bei der Arbeit. Zwei Leute schaffen immer mehr, als nur doppelt so viel. Verstehste das noch? Oder bist du schon eine Stufe weiter?  Natürlich kanst dich zu anderen Menschen dieses Millieus gesellen. Aber dazu bist du im Moment noch zu stolz. Noch! Denn im Moment haste ja noch deinen Parter oder Partnerin, falls es überhaupt noch so ist. Aber das kann sich schnell ändern. Entweder deine bessere Hälfte hat noch Arbeit, und du lebst auf seine Kosten, was dann richtig stolz auf die eigenen Leistungen macht - oder ihr sitzt beide zu Hause und geht euch vor lauter Langewele solange auf den Keks, dass es auch die Nachbarn hören. In jedem Fall kannst du deine Nerven und deine Daseinsberechtigung begraben, hinterfragen, einäschern, zum Doktor tragen oder in anderen suiziden Formen an den Tag bringen. und wenn du es tatsächlich geschafft haben solltest, keine Depressionen und Selbstmordgedanken zu haben, dann weißt du garantiert schon, wo es den billigsten Klaren gibt.


chancenlos => wenn du denkst, dass du nach ein paar Jahren Arbeitslosigkeit so einfach wieder einen Job bekommst, stehst du wahrscheinlich noch unter dem Schock von deiner Kündigung. Und wenn du dann aufgewacht bist, siehst du alles gleich viel klarer, was du natürlich wegen der zu erwartenden Perspektive nicht wirklich sehen willst. Horror gibt es eben nicht nur im TV. Und wenn du dann doch den Mut gefunden hast, dich im Internetportal von deinem Jobcenter zu registrieren, und wenn du dann auch tatsächlich noch ein Job-Angebot siehst, was zu dir passen könnte, dann wirst du ganz schnell feststellen, dass auf die drei zu vergenden Stellen vierhundertzwanzig Bewerber - und zwar alle längst vor dir - da gewesen sind. Jetzt könntest du natürlich auf die Knie gehen und um diesen Job betteln, aber NOCH hast du ja deinen Stolz.

noch ärmer => geht nicht mehr? aber klar doch! Du hast dir vor vielen Jahren mal eine Lebensversicherung als zusätzliche Altervorsorge zugelegt. Wegen der Kinder konntest du nicht eher damit anfangen, wolltest aber als Rentner auch nicht auf's Sozialamt gehen. Also sparst du dir selbst vom ALG II noch jeden Monat ein paar Euro ab, um wenigstens im Alter nicht auf dem Schlauch zu stehen. Dann ziehst du in einen anderen Landkreis oder ein anderes Bundesland, weil du glaubst, dass es da mit Arbeit besser klappt. Die Umzugskosten hast du dir natürlich auch schon vom Munde abgespart. Warum? Weil ein Arbeitgeber auch kein Risiko eingehen will. Er sagt, dass du vielleicht Arbeit bekämest, aber du sollst dich noch mal melden, wenn du da wohnst. Deswegen hast du dir also den Umzug aus den Rippen geleiert. Die Arbeit klappt aber nicht gleich. Also hin zum neuen Arbeitsamt. Da sitzt dann so eine apathische Alte(so im Job-Center "frag mich mal"), die dich nicht leiden kann. Die guckt sich deine letzten Kontoauszüge an(musst ja überall deine Hosen runterlassen) und freut sich darüber, dass du eine Lebensversicherung bei der Nürnberger hast. Nee - nicht etwa, weil sie dir das kleine Zubrot zur Rente gönnt. Nee - das isses nicht. Die Sache läuft nähmlich anders. Es liegt im Ermessen eines Sachbearbeiters im Jobcenter, diese Lebensversicherung, die eigentlich eine fondgebundene Rentenversicherung darstellt, zu ignorieren oder dir einen Strick draus zu drehen. Drei Job-Center-Mitarbeiter in verschiedenen Kreisen haben richtig gehandelt. Hier haben wir jetzt aber eine Ausnahme. Wir sind wieder im obig genannten Job-Center. => Du wirst angewiesen, dir einen Beleg von deiner Versicherung zusenden zu lassen - wegen der Gesammtversicherungssumme und dem Rückkaufswert. Verstehste jetzt??? Da möchte jemand, dass du mal für ein paar Monate von deiner hart ersparten Rentenversicherung lebst. Erst knauserst du dir die EURONEN vom HartzIV ab, und dann bekommst du es gleich noch mal abgezogen. So läuft das! Das hätte sicher nicht so kommen brauchen. Klar! Aber wenn da im Amt eine "Dame" sitzt, deren einziger Ruhm darin besteht, jemanden noch platter zu machen, als er eh schon ist, dann ist es eben so. Die restliche Zeit kann sie dann vor lauter Sinnlosigkeit wieder aus dem Fenster gucken oder die gegenüberliegende Wand anstarren und über den Sinn ihres Daseins nachdenken. (in dem Falle natürlich ergebnislos).
Klärung:
Ich habe ein bisschen übertrieben. Es gibt natürlich auch die vielen netten Beamten, die genau das tun, wofür sie bezahlt werden. Sie tun ihren Job. Und in fast allen Fällen sind sie dabei recht freundlich.
Okay:
Um die Sache mit der Lebensversicherung aufzuklären, weise ich mal auf drei klärende Internetseiten hin. 1., 2. und 3.
 
deine Chance => Zu wenig Bewegung, zuviel billigen Fraß und zu viel Alkohol bringen dich schnell an die forderste Stelle im nächsten Diabetes-Test-Programm. Aber auch einige Tiere werden dir sehr dankbar sein, wenn du beim nächsten Medikamenten-Test(wird nämlich bezahlt) ihren Platz im Rattenkäfig einnimmst. Und wenn du Pech hast, dann war das Medikament, mit dem du getestet wurdest, noch nocht ganz fertig - du aber nun schon. Dann bekommst du das ganze noch als Einkommen angerechnet, und ... darüber lacht dann niemand mehr.

Vorteile => Und da gibt es doch tatsächlich Menschen, die behaupten, dass Arbeitslose nur deshalb arm sind, weil sie ihr Geld versaufen. Das ist aber ein weit verbreiteter Irrtum. Denn: wer säuft, braucht kein Geld für überflüssige Kosmetika und teure Designerklamotten. Auf solche verschwenderische Gedanken kommen nur nüchterne Snobs. Alkohol ist billiger als der vermeintlich luxerieuse Wohlstand. Und Neid kommt unter gleichgestellten Armen auch nicht auf.

Fortbestand der menschlichen Rasse => das mag jetzt vielleicht so aussehen, als wenn dieser Aspekt etwas weit hergeholt wäre. Aber sehen wir es doch mal realistisch. Karriere-Menschen haben keine Zeit, sich um Nachwuchs zu kümmern. Oftmals verhindert der Stress, den diese Menschen haben, schon den blanken Versuch, etwas für den Fortbestand der Menschheit zu tun. Und selbst die Vorstellung, dass Menschen, die niemals richtig Zeit haben, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern, Leben in die Welt setzen, schein von forn herein unlogisch. Was sollten denn die Kinder in punkto Nächstenliebe etc. von ihren Eltern lernen?
Hier kommen dann die Arbeitslosen ins Spiel. Die haben zwar nur wenig Geld, aber sehr viel Zeit und Liebe für ihre Kleinen.

Wie kommt man an einen neuen Job?
Das Internet-Portal der Job-Center hält ein reichhaltiges Angebot an freien Arbeitsstellen bereit. Man muss sich hierzu registrieren und bekommt nach einigen Tagen das Passwort mit der Post zugesandt.
Ntürlich bieten auch hier einige private Arbeitsvermittler ihre Dienste an. Wenn etwas dabei ist, erhält man vom Job-Center einen Vermittlungsgutschein. Mit einer Kopie davon kann man sich bei jedem privaten Arbeitsvermittler Jobs anbieten lassen. Die Jobsuche kann im Portal des Job-Center nach Wohngebiet abgefragt werden. Und wenn etwas dabei ist...
Chance beim neuen Job
Oft ist es so, dass man den neuen Job nicht direkt am Heimatort findet. Für die meisten Arbeitsuchenden ist schon ein Weg von fünfzig Kilometern zum Arbeitsplatz ein unüberwindbares Hindernis. Das Problem kann schon das alte Auto sein, dass nicht mehr ganz so zuverlässig ist. In diesem falle kommt nur ein Umzug in Frage.
Das Job-Center und der Umzug
Wer wegen eines neuen Jobs umziehen möchte hat ansich kein Problem. das Job-Center sieht es jedoch gern, wenn der neue Job wenigstens 420 Euro einbringt. Genügen sollten allerdings auch 401 Euro. Dann lässt man sich drei Angebote von Umzugsfirmen schicken und legt deiese beim Job-Center vor. Natürlich wird das Job-Center nur den günstgsten Umzugsservice akzeptieren. Aber das hätte man selbst auch nicht anders getan.
Probleme gibt es, wenn man den neuen Job in Aussicht, aber nicht sicher hat. Etliche Arbeitgeber sagen, dass man erst mal in der Nähe wohnen sollte, und sich dann immer noch vorstellen kann.
Das einzige Problem, dass man nun hat, ist, dass man den anstehenden Umzug allein zahlen muss.
Das Job-Center und die neue Wohnung
Hier ist jetzt ein bissl Rechnen angesagt. Zuerst ist mal wichtig zu wissen, wie man in Zukunft leben möchte. Kommt man auch weiterhin mit einer Sozialwohnung zurecht oder sollte es schon etwas schöner sein. Falls man auch weiterhin einen teil des lebensunterhaltes vom Amt beziehen will, sollte man sich genau informieren, inwieweit die neue Wohnung vom Job-Center bezahlt wird. Hier gibt es örtlich große Unterschiede. Wie viele Qudratmeter mit wie viel Brutto- und Netto-Kaltmiete wird voll für wieviele personen bezahlt. Meistens genügt ein Anruf beim Zuständigen Arbeitsamt.
Wer allein umzieht und dann einen Volltime-Job bekommt, hat gute Karten und kann machen, was er will.
Wer mit Parter oder Partnerin umzieht, umd wenn beide nur einen teilzeit-Job bekommen, empfielt es sich, dass man wenigstens am Anfang eine Sozialwohnung mietet.
Die ander Variante und das Job-Center
Wer auf die Umzugsgenehmigung des Job-Centers verzichten möchte, kann dies auch tun.
Man unterschreibt einen Mietvertrag am neuen Wohort, teilt dies beim noch zuständigen Job-Center mit, zieht auf eigene Kosten um, meldet sich beim Einwohnermeldeamt am 1. des neuen Monats an, fährt sofort zum neuen Job-Center und beantragt beispielsweise ALG II. Das alles entfällt natürlich, wenn beide einen Volltime-Job bekommen. Dann fällt auch die Geschichte mit der Sozialwohnung flach. Das sollte jedoch eher die Ausnahme sein.
Wer trotz Teilzeit-Job oder nur ALG II in eine unangemessene Wohnung zieht, hat nur einen Nachteil. Er muss den unangemessenen Teil der Miete selbst tragen. Wieviel das ist, kann man erfragen. Und wie hoch dann die Miete ist, spielt eigentlich auch keine Rolle. Wer allerdings der Meinung ist, dass er sich eine Villa mit 1.000 Euro Miete gönnen kann, liegt hier etwas schief. Das Job-Center wird dann schon fragen, wie sich ein ALG II-Empfänger so einen Luxus leisten kann. Da helfen dann auch keine Ausreden.


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